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Netzhauterkrankungen

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Thrombose im Auge:
Der retinale Venenverschluss (RVV)

Von einer Thrombose, also dem Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel, haben Sie sicher schon mal in anderem Zusammenhang gehört. Typischerweise tritt sie in den Beinen auf. Viele wissen aber nicht, das genauso auch die Augen betroffen sein können: Ist eine Vene in der Netzhaut verschlossen, dann liegt eine Thrombose im Auge vor. Der Verschluss beeinträchtigt die Durchblutung des Auges, so dass es schnell zu Einschränkungen beim Sehen kommen kann. Ärzte sprechen dann von einem retinalen Venenverschluss (RVV).

Zudem kann häufig das Blut an der verengten Stelle der betroffenen Vene nicht abfließen, es kommt zu einem Rückstau. Als Folge können Blutungen in der Netzhaut auftreten und Gewebeflüssigkeiten austreten. Sammelt sich die Flüssigkeit in der Makula an, ist ein Makulaödem entstanden – eine recht häufige Folgeerscheinung eines Venenverschlusses.

 

Meist ist ein Makulaödem für die Sehschwäche verantwortlich

Generell verlieren Blutgefäße mit zunehmendem Alter an Elastizität, sie sind weniger durchlässig und können schneller verstopfen – auch die Gefäße im Auge. Daher tritt ein retinaler Venenverschluss bei älteren Menschen deutlich häufiger auf als bei jungen, meist zwischen dem 65. und 75. Lebensjahr.1

Die Symptome eines retinalen Venenverschlusses entwickeln sich innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen. Betroffene bemerken plötzlich einen dunklen Schleier vor dem Auge, andere eine Verzerrung beim Sehen. Das wichtigste Symptom ist eine verminderte Sehschärfe. Ausgeprägte Beschwerden gehen aber meist nicht auf das Konto des Venenverschlusses selbst, sondern werden von einem Makulaödem verursacht, das sich durch den RVV gebildet hat.

Der Verschluss einer Netzhautvene ist meist einseitig, in fünf bis zwölf Prozent der Fälle können beide Augen betroffen sein. Doch auch bei einem einseitigen RVV ist das gesunde Auge einem höheren Risiko ausgesetzt, im Verlauf ebenfalls einen Venenverschluss zu erleiden.

 

Zentral oder verästelt: zwei Arten des retinalen Venenverschlusses

Zwei Arten des RVV

Je nachdem, welche Venen an welcher Stelle verschlossen sind, unterscheidet man zwei Arten des retinalen Venenverschlusses:

Ist die Zentralvene verstopft, nennen Augenärzte dies Zentralvenenverschluss (ZVV) oder auch Zentralvenenthrombose. Dann ist der Blutabfluss aus der gesamten Netzhaut gestört. Ein solcher Zentralvenenverschluss deutet sich durch wiederholtes Verschwommensehen an.

Verschluss der Zentralvene im Auge

Der Zentralvenenverschluss (ZVV)

Sind die kleineren Äste der Zentralvene verstopft, spricht man von einem Venenastverschluss (VAV). Meistens ereignet er sich dort, wo sich Arterien und Venen kreuzen.

Der Venenastverschluss kommt deutlich häufiger vor als der Zentralvenenverschluss und zwar in etwa 85 Prozent der Fälle. Ein Venenastverschluss verläuft meist günstiger als ein Zentralvenenverschluss, der Sehverlust ist milder und oft auf einen bestimmten Teil des Gesichtsfeldes begrenzt.

Venenastverschluss im Auge

Der Venenastverschluss (VAV)

 

RVV: Das können Sie selbst dagegen tun

Bluthochdruck ist der größte Faktor bei der Entstehung eines retinalen Venenverschlusses – ein Problem, das Raucher und Menschen mit Diabetes überdurchschnittlich häufig betrifft. Indem Sie Ihren Blutdruck, z.B. durch eine Anpassung Ihres Lebensstils oder mit einer Therapie, in den Griff bekommen, tun Sie gleichzeitig auch etwas Gutes für die Gesundheit Ihrer Augen.

Auch ein zu hoher Cholesterinwert oder Harnsäuregehalt des Blutes erhöht das Risiko. Hier gilt ebenso: Eine Umstellung des Lebenswandels oder eine Therapie können sich positiv aufs Auge auswirken.

Im Auge selbst kann ein erhöhter Augeninnendruck oder ein sogenanntes Glaukom (auch „Grüner Star“) einen Venenverschluss auslösen. Deshalb sollten Sie regelmäßig Untersuchungen beim Augenarzt wahrnehmen.