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Netzhauterkrankungen

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Diabetes und das Auge:
Das diabetische Makulaödem (DMÖ)

Das diabetische Makulaödem (kurz DMÖ) ist eine Ansammlung von Gefäßflüssigkeit in der Makula, der Stelle des scharfen, zentralen Sehens. Es kann als Folgeerkrankung eines Diabetes mellitus auftreten: Denn erhöhte oder stark schwankende Blutzuckerwerte können auf Dauer nicht nur die großen Blutgefäße im Körper sondern auch die kleinen Blutgefäße der Netzhaut schädigen. Ärzte verwenden für die erkennbare Schädigung der Gefäße den Fachbegriff „diabetische Retinopathie“. Etwa 30 % der Patienten mit Diabetes leiden an diabetischer Retinopathie. Sie stellt eine wesentliche Ursache für eine Verschlechterung des Sehvermögens dar.

In der Folge der diabetischen Retinopathie treten Durchblutungsstörungen und Blutungen im Auge auf, sowie krankhafte Einlagerungen von Flüssigkeiten und Lipiden in der Makula. In der Fachsprache wird diese Erkrankung „diabetisches Makulaödem (DMÖ)“ genannt. In Deutschland waren im Jahr 2014 etwa 150.000 Menschen von dieser Augenkrankheit betroffen. DMÖ ist die häufigste Ursache von Erblindung bei jungen Erwachsenen und Erwachsenen mittleren Alters.

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„VEGF“ stimuliert das Wachstum neuer Blutgefäße

Ein diabetisches Makulaödem kann also entstehen, wenn die kleinen Blutgefäße geschädigt werden und so die Durchblutung eingeschränkt wird. Zur Reparatur und Neubildung der Gefäße produziert der Körper einen Botenstoff, der bei der Entstehung des DMÖ eine entscheidende Rolle spielt. Dieser Botenstoff heißt „Vaskulärer Endothelialer Wachstumsfaktor“ und wird nach seiner englischen Bezeichnung „Vascular Endothelial Growth Factor“ mit VEGF abgekürzt. VEGF erhöht die Durchlässigkeit von Blutgefäßen, sodass Flüssigkeit aus den feinen Blutgefäßen der Netzhautmitte austreten und zwischen die einzelnen Zellschichten laufen kann.

Vor allem in der Makula als Stelle des schärfsten Sehens hat eine Flüssigkeitsansammlung starke Auswirkungen auf das Sehvermögen: Es kommt zu Verschwommensehen, Gesichtsfeldausfällen und Störungen der Farb- und Kontrastwahrnehmung. Umso wichtiger ist es, das diabetische Makulaödem frühzeitig und konsequent zu behandeln. Ansonsten entstehen ernsthafte Folgen für die Sehkraft.

Jeder Mensch mit Diabetes kann von einem DMÖ als Folgeerkrankung betroffen sein: relativ Junge, Ältere, solche mit langer Krankheitsdauer, aber auch Menschen, die erst seit relativ kurzer Zeit an einem Diabetes mellitus erkrankt sind. Deshalb ist es für alle Menschen mit Diabetes wichtig, regelmäßig die Gesundheit ihrer Augen beim Augenarzt überprüfen zu lassen.

 

DMÖ: Das können Sie selbst dagegen tun

Neben einem erhöhten Blutzucker spielt auch ein erhöhter Blutdruck eine Rolle bei der Entstehung eines diabetischen Makulaödems. Sie schützen sich als Mensch mit Diabetes also am besten, wenn Sie sowohl auf Ihren Blutzucker als auch auf Ihren Blutdruck „ein Auge haben“ und beides in einem normnahen Bereich halten.

Begleitend zu einer guten Einstellung mit Medikamenten wirkt sich häufig auch eine Anpassung des Lebenswandels und der Essgewohnheiten positiv aus. Mit einem gut eingestellten Blutzucker und Blutdruck können Sie die Auswirkungen des Diabetes auf Ihre Augen deutlich abschwächen. Auch Rauchen erhöht das Risiko für das diabetische Makulaödem.

 

Ausführliche Informationen zum diabetischen Makulaödem finden Sie unter www.das-diabetische-auge.de