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Netzhauterkrankungen

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Ein verzerrtes Bild im Seh-Zentrum:
Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD)

Alle unsere Organe verändern sich im Laufe des Lebens, das ist ganz natürlich. Auch am Auge gehen diese „Alterserscheinungen“ nicht spurlos vorüber: Die Anzahl der Sinneszellen nimmt mit der Zeit ab, das Sehen wird schlechter.

Die häufigste Augenerkrankung im Seniorenalter ist die sogenannte altersabhängige oder auch altersbedingte Makuladegeneration (kurz AMD). Allein in Deutschland sind etwa 4,5 Millionen Menschen an AMD erkrankt.

Die gesamte Netzhaut, insbesondere aber die Makula, ist ein sehr stoffwechselintensives Gewebe. Damit reagiert sie besonders empfindlich auf altersbedingte Veränderungen wie z. B. eine eingeschränkte Durchblutung oder der gestörte Abtransport von Stoffwechselprodukten.

Bei der AMD unterscheiden Ärzte zwei Formen: die trockene AMD und die feuchte AMD.

Diagnose AMD: Prof. Dr. Mirshahi erklärt die altersbdingte Makuladegeneration

Trockene AMD: zu viele Abbauprodukte

Wie alle Körperzellen erneuern sich auch die Sinneszellen der Netzhaut regelmäßig. Dabei entstehen Abbauprodukte, die in der Regel einfach entsorgt werden. Manchmal lagern sie sich aber als weißlich-gelbliche Partikel in der Pigmentschicht der Netzhaut ab – die sogenannten Drusen. Linien erscheinen Betroffenen dann verzerrt oder Farben werden nicht mehr so intensiv wahrgenommen. Die trockene AMD verläuft in der Regel langsam und die Seheinschränkungen sind gering. Sie ist die häufigere Form der AMD.

Trockene AMD-Form

Darstellung einer trockenen AMD

Wenn aber sehr viele Drusen vorliegen und diese sich zusammenschließen und vergrößern, kann sich aus einer trockenen AMD eine feuchte AMD entwickeln.

 

Feuchte AMD: unkontrolliertes Gefäßwachstum in der Netzhaut

Bei etwa 15 Prozent der Betroffenen entwickelt sich aus der trockenen eine feuchte Makuladegeneration. Durch die abgelagerten Drusen ist die Versorgungssituation des Auges schlechter, Nährstoffe und Sauerstoff müssen immer breitere Schichten durchqueren, um zu den Netzhautzellen zu gelangen. So wachsen unter der Makula plötzlich an Stellen neue Gefäße, an denen normalerweise keine sind. Die Blutgefäße haben jedoch undichte Wände, so dass Blut austreten kann.

Verantwortlich für das Wachsen der neuen Blutgefäße ist der körpereigene Botenstoff VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor): Dieser ist bei feuchter AMD in zu großen Mengen vorhanden und löst das krankhafte Gefäßwachstum in der Netzhaut aus. Es ist die Aufgabe von VEGF, das Wachstum neuer Blutgefäße zu fördern. In der Regel ist das erwünscht, z.B. bei der Entwicklung eines Embryos oder nach einem Herzinfarkt. In der Makula ist dies aber von Nachteil, da es durch die zusätzlichen Blutgefäße zu einem Verlust des zentralen Sehens kommt. Eine feuchte AMD schreitet meist schnell voran, Betroffene sehen ein verbogenes oder verzerrtes Bild. Bleibt die feuchte AMD unbehandelt, kann sie zur Erblindung führen.

Feuchte AMD-Form

Darstellung einer feuchten AMD

Da sich aus einer trockenen AMD eine feuchte AMD entwickeln kann, ist eine regelmäßige Kontrolle durch den Augenarzt sehr wichtig.

 

AMD: Das können Sie selbst dagegen tun

Der wichtigste Faktor für das Entstehen einer altersabhängigen Makuladegeneration ist, wie der Name schon vermuten lässt, das Alter: Menschen ab etwa 60 Jahren sind besonders häufig betroffen. Auch wenn sich daran nicht viel ändern lässt, haben Sie durchaus die Möglichkeit, Ihrem persönlichen Risiko auf vielen anderen Ebenen positiv entgegenzuwirken:

Rauchen: Wenn sie auf Zigaretten verzichten und sich auch möglichst wenig passivem Rauch aussetzen, fördern Sie Ihre Durchblutung.

UV-Strahlung: Bei hellen Lichtverhältnissen können Sie durch Sonnenbrillen mit UV-Filtern und Seitenklappen Ihre Augen gut schützen. Dies ist besonders empfehlenswert für ältere Menschen.

Ernährung: Mit einer ausgewogenen Ernährung, die Sie mit ausreichend Vitaminen versorgt, können Sie ebenfalls für Ihre Augengesundheit sorgen.

Es gibt aber auch Faktoren, die leider nicht beeinflusst werden können. Dazu zählen neben dem Alter auch die genetische Veranlagung und das Geschlecht. Wenn ein Familienmitglied an AMD erkrankt ist, so haben auch Verwandte ersten Grades ein erhöhtes Risiko. AMD in der Familie ist also ein maßgeblicher Risikofaktor. Außerdem erkranken Frauen etwas häufiger an AMD als Männer.