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Mögliche Therapien

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Behandlung von Netzhauterkrankungen

Heute gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Fortschreiten einer Netzhauterkrankung zu verhindern. Oft kann dabei die Sehkraft erhalten oder sogar wieder verbessert werden! Wichtig ist, so früh wie möglich mit einer Behandlung zu beginnen. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, entscheidet der Arzt individuell und gemeinsam mit Ihnen.

 

Moderne Therapie mit VEGF-Hemmern

Bei den Erkrankungen, bei denen der Wachstumsfaktor VEGF ein unkontrolliertes Gefäßwachstum auslöst oder Ödeme die Ursache für verminderte Sehkraft sind, kommen heutzutage moderne Medikamente zum Einsatz. Das Ziel: die unerwünschte Wirkung des Botenstoffs VEGF zu hemmen und so das Gefäßwachstum zu stoppen. Die Therapie drängt somit das Gefäßwachstum zurück und entfernt die überschüssige Flüssigkeit effektiv aus dem Auge. So kann sich die Sehschärfe bei wiederholter Anwendung stabilisieren und sogar wieder verbessern.

Innovation in der Augenheilkunde

Die Entwicklung von Wirkstoffen, mit denen der Wachstumsfaktor VEGF (Vaskulärer Endothelialer Wachstumsfaktor) gehemmt werden kann (VEGF-Hemmer) ist in der Augenheilkunde eine der wichtigsten Entwicklungen der letzten Jahre. Den Wirkstoff bringt der Arzt über eine Injektion, auch intravitreale Injektion genannt, direkt ins Augeninnere ein, also genau am Ort des Geschehens. Die Behandlung erfolgt unter lokaler Betäubung und unter sterilen Bedingungen in der Praxis oder einer Klinik. Sie dauert nur wenige Minuten und tut dank der Betäubung in der Regel nicht weh. Nach der Injektion bleibt der Patient noch für etwa eine Stunde in ruhiger Position in der Praxis oder Klinik; danach kann er in der Regel wieder nach Hause gehen.

Injektion VEGF-Hemmer

Erhalt und Verbesserung der Sehfähigkeit belegt

Die Wirksamkeit der VEGF-Hemmer ist inzwischen in zahlreichen Veröffentlichungen dokumentiert. Klinische Studien zeigen, dass in der Behandlungsgruppe das Sehvermögen erhalten bleibt, im Durchschnitt konnten sogar Verbesserungen der Sehschärfe erzielt werden. Da es sich bei den Netzhauterkrankungen in der Regel um chronische Erkrankungen handelt und die Arzneimittel nur eine begrenzte Zeit wirken, sind wiederholte Behandlungen über einen längeren Zeitraum nötig. Wenn Sie für diese Behandlung in Frage kommen, wird Ihnen Ihr Arzt über einen Zeitraum von mehreren Monaten das Mittel injizieren.

 

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Kortison-Präparate

Kortison ist vor allem für seine anti-entzündliche Wirkung bekannt. Bei einem diabetischen Makulaödem etwa kann es entzündliche Schwellungen lindern. Der Wirkstoff wird in Form eines kleinen Implantats verabreicht, wobei ein kleiner Medikamententräger im Augeninneren verbleibt und über mehrere Monate kontinuierlich geringe Mengen des Wirkstoffs abgibt. Bei Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck wird man mit dem Einsatz von Steroiden zurückhaltend sein, da diese ein Glaukom ungünstig beeinflussen können. Außerdem beeinflussen Steroide im Gegensatz zu einem VEGF-Hemmer die Linse negativ und können zu einem grauen Star führen.

Lasertherapie

Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die fokale Laserbehandlung. Mit einem Laserstrahl kann der Arzt krankhafte Blutgefäße, aus denen Flüssigkeit austritt, gezielt veröden. Diese Therapie kann den Verlust der Sehschärfe stoppen. Allerdings kann es passieren, dass der Laser neben den Gefäßen auch Gewebe rund um die Makula zerstört. Dann bleiben Narben zurück, die sich ausdehnen und zu einem Verlust der Sehschärfe führen können.

Über viele Jahre war eine gezielte Laserbehandlung der Makula eine Standardtherapie etwa bei der feuchten AMD. Heute raten die deutschen Fachgesellschaften dazu, eine Laserbehandlung nur in Einzelfällen anzuwenden.

Photodynamische Therapie (PDT)

Die photodynamische Therapie (PDT) wird bei einigen Sonderformen der AMD angewandt. Durch das Verfahren können, vereinfacht beschrieben, krankhafte Gefäßneubildungen sichtbar gemacht – und in einem weiteren Schritt verödet werden. Ein Flüssigkeits- und Blutaustritt ist somit nicht mehr möglich.

Bestehende Grunderkrankungen behandeln

Da einigen Netzhauterkrankungen durch Bluthochdruck oder Diabetes ausgelöst werden können, ist es wichtig, diese Grunderkrankungen in den Griff zu bekommen. Außerdem sollten Sie auf das Rauchen verzichten.

 

Ihr Ansprechpartner: Ihr Augenarzt

Wie bei jeder chronischen Erkrankung ist es auch bei einer Netzhauterkrankung sehr wichtig, dass Sie kompetent betreut werden. Ihr Augenarzt steht Ihnen dafür mit seinem Team zur Verfügung. Er wird regelmäßig Ihr Sehvermögen testen, um den Verlauf der Erkrankung zu kontrollieren, frühzeitig eventuelle Veränderungen festzustellen oder die Therapie entsprechend anzupassen. Für jeden Menschen ist daher der regelmäßige Termin beim Augenarzt eine wichtige Voraussetzung, um das Sehvermögen zu schützen. Nutzen Sie dieses Angebot und werden Sie aktiv.

 

In unserem Service-Bereich stellen wir Ihnen unsere Services für Menschen mit Netzhauterkrankung und Sehbeeinträchtigung sowie Hilfen für deren Angehörige vor.